Stillen in der Öffentlichkeit

Unsere Erfahrungen zeigen: Vor allem die erste Überwindung fällt schwer. Und Ja, es gibt negative Reaktionen. Aber: alles halb so schlimm!

In den Medien stolpert man durchaus mal über besonders negative Berichte zum Thema Stillen in der Öffentlichkeit. Solche Reaktionen, wie sie in Medien beschrieben und vielfach geteilt werden, habe ich erwartet. Aber außer lächelnden Omis, freundlichen Worten und verständnisvollen Blicken ist nie etwas passiert. Mir wurde schnell klar: diese negativen berichte, das sind Ausnahmen. Das sind Skandale. Das kann passieren- ist aber unwahrscheinlich. Daher lohnt sich die Angst davor nicht. Ich habe in einer Stillgruppe auf Facebook nach Erfahrungen zum Thema stillen in der Öffentlichkeit gefragt: wie waren die ersten male? Wie ist es jetzt? Hattest Du besonders negative oder positive Erlebnisse?

 

Wir haben gestern das erste mal in der Öffentlichkeit gestillt. Bei Inter Sport. War ganz normal, man bekam ein Lächeln von Anderen aber mehr auch nicht. 🤗Das bestärkt einen und ich denke wenn dieser erste Schritt gemacht wurde, wirds jetzt auch laufen!

Sara

 

Ich habe in meiner ganzen Still"Karriere" nie negative Erfahrungen gemacht was stillen in der Öffentlichkeit betrifft. Habe alle 3 Kinder immer gestillt wenn sie Hunger hatten, auch wenn es im vollen Restaurant war. Ich habe immer nur positive Erfahrungen gemacht, wie ein aufmunterndes Lächeln etc. ich bin immer total schockiert, wenn ich von manchen negativen Erlebnissen lese.

Kerstin

 

Wir waren in einem Zoo und eine Frau schaut mich an und sagt "Richtig so!", ich habe sowieso mehr positive Rückmeldung als negative bekommen.

Annika

 

Für mich war das zu Beginn schrecklich unangenehm. Wollte nicht mal vor meinen Verwandten stillen. Hab mich immer komplett zurückgezogen in einen anderen Raum (muss aber auch sagen, jetzt im Nachhinein betrachtet, dass das sicher nicht so schlecht war, weil wir anfangs noch Probleme hatten beim andocken usw. Also für uns wars sicher gut, damit ich mich da voll auf uns konzentrieren konnte).
Das erste mal gestillt in der Öffentlichkeit habe ich dann in einem Restaurant, das nicht sooo gut besucht war. Bin von unserem Tisch weg an einen Tisch im Eck und habe meinen Sohn gestillt. An einem anderen Tisch saß eine ältere Dame und die hat mich soooo lieb angelächelt, da ists mir dann gleich viel leichter gefallen! 
Negative Erfahrungen habe ich bisher (mein Mini ist 4 Monate) noch gar keine gemacht.

Lisa

 

Ich hatte nie ein Problem damit, in der Öffentlichkeit zu stillen, mich persönlich hat es nie gestört. 

Mein erstes negatives Erlebnis hatte ich erst nach 10 Monaten. Ich habe mich trotzdem nicht verunsichern lassen und bislang ist es auch bei dem einen Erlebnis geblieben!

Klara

 

Unterwegs habe ich das erstemal "im" Restaurant gestillt (saßen draußen). es war mir ein bisschen peinlich, da da natürlich die jungen Kellner immer langkamen. Aber sie haben nichts gesagt, immer nur gelächelt! Und seitdem haben wir  auch überall gestillt. 
Ich habe keine negativen Erlebnisse gehabt und ich stille seit 19 Monaten.

Anna

 

Ich hatte mein Leben lang Probleme, meinen Busen so zu akzeptieren, wie er ist. Er war mir einfach zu klein. Ich war todunglücklich. 

Als ich dann Milch bekommen habe, war ich so stolz wie noch nie auf meinen Busen. Denn abgesehen davon, dass er prall und für mich nun endlich groß genug geworden ist, hat er das Tollste vollbracht. Dieser sonst so für mich nicht ausreichende Busen hat mein Baby ernährt und damit das wertvollste überhaupt vollbracht. Deshalb hab ich ihn überall und ohne Scham ausgepackt und stolz meinem Baby gereicht. Und auch wenn Frau sonst so viele Abstriche (im Bezug auf den Körper) durch Schwangerschaft und Co machen muss... Ich fühle mich so wohl in meinem Körper wie noch nie. Denn plötzlich sind ganz andere Dinge viel wichtiger!

Lisa

 

Ich hätte nie gedacht, dass ich immer und überall stillen werde. 

Ich habe beim Asiaten am großen Tisch mit meiner Familie sitzend gestillt, während ich Sushi gegessen habe. 

Ich habe flanierend im Einkaufszentrum gestillt und auch an einem stark frequentierten Spazierweg an der Donau. Die einzigen "negativen" Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren dabei im Einkaufszentrum - und bei (männlichen) Freunden ohne Kinder. 

Im Einkaufszentrum wurde ich von anderen Müttern mehrmals darauf hingewiesen, dass es ein Stillzimmer gebe, ich habe immer "Danke" gesagt und habe weiter gestillt. 

Bei Freunden und auch meinen Schwiegereltern habe ich Zimmer gewechselt weil ich weiß, dass ihnen das unangenehm ist. Hat mich zwar angenervt, aber wenn ich WEISS, dass es jmd. unangenehm ist, wars auch für mich nicht angenehm.
Jetzt ist meine Tochter 16 Monate, und jetzt fühle ich manchmal nicht mehr wohl, in der Öffentlichkeit zu stillen, weil die Blicke einfach mehr werden (bilde ich mir zumindest ein). Ich tus zwar immer noch, aber nicht mehr so gern.

Michaela

 

Frage von Kim: Ich bin noch schwanger, habe aber vor zu stillen. Mir macht es total Angst,  wenn ich mit dem Kleinen dann unterwegs bin z.B beim Einkaufen. Was mach ich dann? ich mag es sowieso nicht, angeglotzt zu werden. Auf jeden Fall habe ich Angst davor. Ich will auch nicht, dass jeder meine Brust sieht. Noch nicht mal meine Verwandten sollen das mitkriegen.

Antwort von Nicole: Ich machs auch nicht im Laden, aber ich kann dir sagen, man gewöhnt sich dran. Zuerst hab ich im KH auch immer ein Tuch übergelegt. Als ich aber gemerkt habe, dass die Familie daran keinen Anstoß daran genommen hat, haben wir auch häufiger vor Familie und Freunden gestillt. Wenn es jemandem unangenehm ist, ziehen wir uns auch mal zurück, aber was ich sagen will: man gewöhnt sich ganz schnell daran.

Antwort von Celine: Scheiß drauf! Immer daran denken, in wie viele unangenehme Situationen dich dein Kind im Laufe euren Lebens noch bringen wird ;)

Antwort von Sonya: Man gewöhnt sich daran. Anfangs fühlte es sich an, als würde ich einfach so in der Öffentlichkeit die Brüste rausholen. Klar, das geht irgendwie nicht. 

Mir wurde dann aber klar: es ist etwas GANZ ANDERES als einfach so in der Öffentlichkeit seine Brüste rauszuholen. 

Du fütterst Dein Baby. 

Den meisten Menschen macht das nichts. Die lächeln noch nett.  Mitten im Laden hab ich nie gestillt. Und hatte anfangs jedesmal beim Rausgehen Schweißausbrüche und leichte Panik. Man kann jederzeit einen Laden verlassen und eine Sitzmöglichkeit finden. Bushaltestelle. Parkbank. Bank vor´m Edeka. Irgendwohinsetzen und Baby füttern. Kein Problem. Bei Verwandten oder bei Dir zu Hause kannst Du erstmal einfach in ein anderes Zimmer gehen oder Dich so setzen, dass Du mit dem Rücke zu den Leuten sitzt.

 

Das erste mal offen stillen durfte ich in einem Riesen Einkaufszentrum im kiga  (ist im Zentrum für die einkaufenden Eltern ). Die Dame war so nett und gab mir einen Stuhl, ich rollte seine Decke ein packte sie unter meinen Arm und stillte. Als wir 2 Monate später wieder in die Situation kamen, ging ich wieder in den kiga und da war eine andere Dame die mir Verbot dort zu stillen, da es die anderen Mütter stören würde. Ich wusste gar nicht wohin mit mir , also ab in die Bäckerei, hinten auf die Sitze und stillen. Kein Mensch guckte, kein Mensch sagte was! Seitdem bin ich offener. In meinem Umfeld stört es auch absolut niemanden und ich stille vor allen. Finden alle toll!

Caroline

 

Ich konnte meine Grosse leider nur 6 Wochen mit Hütchen an der Brust stillen. Es ist so ziemlich alles schief gelaufen was schief laufen kann und ich habe dann 11 Monate abgepumpt. Bei meiner Kleinen klappt es jetzt ohne Probleme und ich bin so froh und dankbar deswegen, dass ich immer und überall stille. Bei Lidl, beim Arzt, im Café, im Einkaufszentrum und letztens bei der Anwältin. Das schönste war bisher das stillen im Zoo vor dem großen Salzwasseraquarium. Ich habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und es wäre mir auch Piep egal wenn jemand was sagt. Dafür bin ich viel zu stolz dass es endlich klappt.

Steffi