Hamburg stillt!

Eine Kampagne für die Selbstverständlichkeit des Stillens in der Öffentlichkeit.

Gruppenstillfoto März 2017


Gruppenstillfoto August 2016


Damit Mama und Baby ein stressfreier, normaler, würdiger Alltag möglich ist, muss das Stillen in der Öffentlichkeit eine absolute Selbstverständlichkeit sein- das Gegenteil ist leider für viele der Fall. Stillen in der Öffentlichkeit- das ist ein Thema, das polarisiert. Ein Tabuthema, das Verständnislosigkeit hervorruft und alles andere ist, als eine Selbstverständlichkeit. Jeder hat seine Meinung dazu- von der fünffachen Stillmama, die sich mal so gar keine Gedanken mehr darüber macht, über die frischgebackene, verunsicherte Mama, die nur das beste für ihr Kind will, sich aber nicht traut und sich womöglich noch dafür schämt, ihr kleines Baby in der Bahn zu stillen, bis zu dem kinderlosen Mann, der meint, Frauen sollten zum Stillen zu Hause bleiben. Meiner Meinung nach geht es niemanden etwas an, wann und wo mein Kind sein grundlegendes Bedürfnis nach Nahrung stillt und ohnehin speist kein Mensch so ästhetisch und friedlich, wie ein gestilltes Baby. Aber die frischgebackene Mama, die in der Bahn sitzt, das hungrige Baby stillt , während ihr stumme Tränen die Wange hinunterlaufen vor Scham und Unsicherheit,  das war vor 18 Monaten ich. Es ist ein unfassbar unerträgliches Gefühl von Hilflosigkeit und Verzweiflung, wenn man sein eigenes Baby einfach nur versorgen will und glaubt, sich dafür schämen zu müssen.

 

Deswegen darf Stillen eigentlich gar nicht zur Debatte stehen- steht es aber doch.

Wenn ich durch unsere wunderschöne Stadt gehe, sehe ich essende Kinder, Frauen, und Männer, Babys, denen die Flasche gegeben wird, Babys, die allein aus ihrer Flasche trinken. Und ich frage mich: bin ich denn hier die einzige Frau, die ihr Baby überall, wo es Hunger bekommt, stillt? Sei es in der Bahn, im Restaurant oder im Schuhladen- wenn mein vollgestilltes Baby Hunger hat, wird der Hunger gestillt. Gar keine Frage! Und warum werde ich viel zu oft verständnislos angesehen dabei?  Soll ich mich zu Hause verstecken, bis die Kleine auch ohne Brust satt wird? Soll ich somit monatelang nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben, nach Hause hetzen sobald das Baby Hunger bekommt? Das Baby hungern lassen??! Mich im dreckigen Bahnhofsklo verstecken, um mein Baby zu stillen?

So selbstverständlich waren die Antworten auf diese Fragen für mich in den ersten Wochen nach Safiyas Geburt nicht- dadurch, dass ich so unfassbar selten stillende Mütter in der Öffentlichkeit gesehen habe, hatte ich das Gefühl, dass das etwas ist, das irgendwie nicht geht. Scheint ja irgendwie niemand zu machen. Ich war unsicher. Und da war ich sicher nicht die Einzige. Was außerdem nicht gerade hilfreich war: wenn mir Artikel über das Stillen in der Öffentlichkeit auffielen, dann waren das immer negative Berichte- Frau beim Stillen aus dem Bus geworfen, stillende Mama aus Einkaufszentrum verwiesen, und so weiter. Das erweckt den Eindruck, wer unterwegs stillt, könne mit zahlreichen negativen Reaktionen rechnen. Das stimmt aber gar nicht! 

 

Es geht mir nicht um die Mütter, die nicht stillen wollen oder lieber zu Hause stillen. Das ist total okay! Es geht mir um die Mamas, die, wie ich, ihr Baby ganz normal und selbstverständlich überall unterwegs mit gutem Gefühl selbstbewusst stillen wollen, wenn es Hunger bekommt. Die sich aber nicht trauen, nicht wissen, ob das richtig oder falsch ist, die vielleicht Angst haben vor Erniedrigungen, Diskriminierung, Verständnislosigkeit.

 

 

Mein Ziel: eine stillende Frau zu sehen, darf keine Seltenheit mehr sein! Denn nur so kann es normal und selbstverständlich werden.

Die Bilder, die für die Kampagne entstehen und verbreitet werden, sollen der Anfang sein. Sollen an den Anblick eines stillenden Babys gewöhnen. Die Bilder sollen anderen Frauen Mut machen. Sie sollen klar machen, dass viele, viele Mamas ganz problemlos in der Öffentlichkeit stillen. Und, dass jede Mama sich das trauen darf.

Dass es eine wunderbare Selbstverständlichkeit ist, die Bedürfnisse Deines Babys jederzeit zu stillen.  Egal wann, egal wo.

 

Stillen steht nicht zur Debatte.